Vortrag zum Thema „Ausbeutung mit System: migrantische Saisonarbeiter*innen in der Agrarwirtschaft von Huelva“ am 28.09

28. September 2021, 19 Uhr (Alte VHS Bonn)

Die andalusische Provinz Huelva liegt im Südwesten Spaniens und wird aufgrund ihrer landwirtschaftlichen Struktur auch als das „Kalifornien Europas“ bezeichnet – Der intensive Anbau von Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren sowie eine Vielzahl von Zitrusfrüchten haben die Region unlängst in ein Plastikmeer verwandelt. Während der Großteil der Ernte für den Export bestimmt ist und in deutschen Supermarktketten landet, werden am anderen Ende der Lieferketten Arbeiterinnen gnadenlos ausgebeutet. Besonders drastisch gestalten sich die Arbeits- und Lebensbedingungen für migrantische Saisonarbeiterinnen, die meisten aus westafrikanischen Ländern und Marokko. Lohnraub, Erpressung und fehlende Hygienekonzepte während einer globalen Pandemie stellen dabei nur einige der alarmierenden Zustände in Huelvas Agrarwirtschaft dar. Tausende Arbeiter*innen werden in sogenannte Chabola-Siedlungen, ohne Wasser, Strom und sanitäre Anlagen, gedrängt.

Der Vortrag beleuchtet den andalusischen Agrarkapitalismus an der Schnittstelle aus Grenzregime und industrieller Landwirtschaft. Ein besonderer Fokus wird auf dem systematischen Ausschluss der Arbeiterinnen von Wohnraum liegen. Der Referent Marian Henn engagiert sich in der antirassistischen Bewegung Andalusiens und forscht zur Situation von Landarbeiterinnen in Huelva.

Veranstalterin ist die FAU Bonn. Am Beispiel der Zustände bei Spargel Ritter in Bornheim wird sie in die Thematik rassistischer Ausbeutungsverhältnisse von Saisonarbeitskräften einführen. Anschließend sollen die Möglichkeiten gemeinsamer, grenzübergreifender Kämpfe für faire Arbeits- und Lebensbedingungen diskutiert werden.

28. September 2021, 19 Uhr (Alte VHS Bonn)

[ssba]

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